Pokljuka, Mixed-Staffel über 4*7,5km

Event-Datum: 
Samstag, 25 Januar, 2020
Französischer Doppelsieg mit Mixed-Staffel

Heute war ein französischer Samstag im Biathlonweltcup. Neben der Einfachen Gemischten Staffeln sicherten „Les Bleus“ auch den Mixed-Staffel-Sieg auf der Pokljuka. Das Quartett bestehend aus Quentin Fillon Maillet, Simon Desthieux, Justine Braisaz und Julia Simon brauchte nur acht Nachlader und triumphierte in 1:17:53,3. Norwegen kam mit vier Nachladern auf Platz zwei, 40,6 Sekunden hinter den Siegern. Rang drei ging an Deutschland mit fünf Nachladern und einem Rückstand von 1:01,4.
 
Mit Flagge ins Ziel: „Cool und verrückt“
Simon schwenkte die Trikolore, als sie die Ziellinie überquerte. Sie sagte: „Seit meiner Kindheit habe ich davon geträumt, einmal mit der französischen Flagge über die Ziellinie zu fahren. Und jetzt war es so verrückt und so cool! Ich bin überglücklich.“
 
Ein Nachlader beim letzten Stehendschießen ärgerte Simon, doch die Führung ließ sie wieder lächeln. „Ich habe mich über meinen Fehler geärgert, aber es war so cool, 40 Sekunden vor den Norwegern in Führung zu liegen. Dieser Tag war für uns alle einfach fantastisch. Alle im Team haben super Arbeit geleistet. Erst haben wir die Single-Mixed-Staffel gewonnen und dann das. Wir freuen uns riesig.“
 
Russland kam mit sieben Nachladern und einem Rückstand von 1:24,8 auf Rang vier. Platz fünf ging an Schweden mit sechs Nachladern und 1:34,1 Rückstand. 1:49,8 hinter den Siegern sicherten sich die Tschechen trotz fünf Nachladern und einer Strafrunde Rang sechs.
 
Sechzehn Mannschaften
Bereits kurze Zeit nach der Einfachen Gemischten Staffel gingen die Mixed-Staffeln an den Start. Die Witterungsbedingungen hatten sich nicht verändert: Die Sonne brach immer wieder durch die Wolken und die Strecken waren weicher und langsamer als an den vorherigen Tagen. Insgesamt gingen 16 Teams ins Rennen, die nach dem ersten Liegendschießen alle innerhalb von 16 Sekunden lagen. Doch stehend änderte sich wieder alles: Philipp Horn aus Deutschland räumte alle Scheiben ab und sicherte sich die Führung. Fillon Maillet musste einmal nachladen und folgte ihm auf dem Fuß. Der Franzose zog auf der Strecke davon und übergab an Simon Desthieux mit einem Vorsprung von 16 Sekunden. Für Deutschland folgte Johannes Kühn und für Norwegen… Johannes Thingnes Boe.
 
Johannes auf dem Vormarsch
Der Norweger schloss auf dem Weg zum Liegendschießen schnell zum Franzosen auf. Beide mussten zweimal nachladen, während Johannes Kühn alle Scheiben traf. Das Trio ging zusammen zurück auf die nächste Runde. Dann zog der norwegische Star allerdings davon und arbeitete sich einen Vorsprung von 10 Sekunden bis zum Stehendschießen heraus. Er brachte alle fünf Schuss ins Ziel und machte sich wieder auf den Weg, bevor die anderen eine Scheibe umgelegt hatten. Desthieux folgte 11 Sekunden dahinter, Kühn hatte einen Rückstand von 20 Sekunden. Johannes übergab an Synnøve Solemdahl; 16 Sekunden später schickte Desthieux Justine Braisaz ins Rennen. Janina Hettich folgte 35 Sekunden hinter der Norwegerin.
 
Justine erkämpft Führung
Solemdahl schoss schnell und sauber, während Braisaz zweimal nachladen musste. Der Abstand blieb gleich. Die junge Deutsche blieb fehlerfrei, fiel aber weitere fünf Sekunden zurück. Braisaz zündete den Turbo und schloss bis zum Stehendschießen auf Solemdahl auf. Braisaz brauchte auf Bahn eins einen Nachlader und schnappte sich die Führung: 12 Sekunden vor Norwegen. Deutschland folgte 48 Sekunden dahinter. Weitere 25 Sekunden später lag Schweden auf Rang vier.
 
Meilenweiter Vorsprung
Julia Simon war Frankreichs Schlussläuferin. Sie übernahm einen meilenweiten Vorsprung von 41,9 Sekunden auf Ingrid Landmark Tandrevold. Vanessa Hinz folgte für Deutschland fünf Sekunden hinter der Norwegerin. Simon brauchte liegend einen Nachlader; Tandrevold schoss tadellos, während Hinz auf eine Extrapatrone zurückgreifen musste. Die Französin baute ihre Führung bis zum Stehendschießen auf 43 Sekunden aus. Simon musste erneut einmal nachladen, war aber schon auf der Schlussrunde, bevor die anderen einen Schuss abgegeben hatten. Tandrevold und Hinz schossen nebeneinander. Die Norwegerin brachte alle Schüsse ins Ziel und sicherte ihrem Team so Platz zwei. Hinz musste einmal nachladen und verteidigte Rang drei.
 
Perfektes Mixed-Staffel-Debüt für Horn
Horn hat in seinem Mixed-Staffel-Debüt im Weltcup alle zehn Scheiben abgeräumt und war sehr zufrieden mit seiner Leistung. Er musste gegen einige große Namen der Szene bestehen. „Ich habe mich auf die Staffel gefreut. Ich denke, ich habe heute eine meiner besten Leistungen der Saison abgerufen. Ich bin zum ersten Mal fehlerfrei geblieben und freue mich sehr darüber. Es war toll, den Schießstand als Erster zu verlassen. Das ist mir noch nie passiert. Es war super, gegen solch großartige Athleten wie Tarjei und Quentin zu laufen. Die letzte Runde war wirklich hart. Quentin ist aufs Ganze gegangen. Ich konnte ihm nicht folgen, aber ich bin zufrieden.“
Quelle: biathlonworld.com

Das deutsche Quartett mit Philipp Horn, Johannes Kühn, Janina Hettich und Schlussläuferin Vanessa Hinz startete gut ins Rennen. Philipp Horn räumte auch beim zweiten Schießen alle Scheiben ab, lief als Erster aus dem Schießstand, direkt dahinter Fillon Maillet, und konnte als Zweiter, hinter Frankreich, an Johannes Kühn übergeben. Direkt dahinter die Norweger. Johannes schoss im Liegen tadellos, kam als Erster in die nächste Laufrunde, dicht dahinter Johannes Thingnes Boe und der Franzose Simon Desthieux. Johannes konnte den beiden läuferisch nicht folgen, kam als Dritter zum Schießstand und benötigte nach dem Stehendanschlag einen Nachlader, übergab mit einem Rückstand von 35,35 sec. als Dritter an Janina Hettich. Auch Janina blieb am Schießstand nicht ungeschoren, benötigte im Stehendanschlag zwei Nachlader, konnte Platz 3 jedoch verteidigen und mit einem Rückstand von 46,9 sec. an Vanessa Hinz übergeben. Obwohl Vanessa bei jeder Schießeinlage einmal nachladen musste konnte sie den 3. Platz verteidigen.
geschrieben: 26. Januar 2020 - 14:50 ; letzte Änderung: 26. Januar 2020 - 14:59